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Osteopathie Details

Zarte Reize lösen aus, mittlere Reize fördern, starke Reize hemmen, überstarke Reize zerstören (Hugo Kükelhaus)

Die Schmerzursache liegt oft nicht da, wo’s wehtut

Unser Organismus ist sehr anpassungsfähig und kann so manche Störfaktoren wie z.B. Fehlhaltungen, schlechte Gewohnheiten, stressbedingte Verspannungen oder sogar manche Verletzungen über eine gewisse Zeit ausgleichen. Dabei wird die eingeschränkte Funktion von anderen Körperstrukturen übernommen. So können sich Funktionsstörungen verlagern und auf andere Bereiche des Organismus auswirken, an denen sich dann Beschwerden zeigen.

Nicht immer signalisiert uns der Körper eine Funktionsstörung durch Schmerzen vor Ort. So kann z. B. ein muskuläres Ungleichgewicht im Bein – ausgelöst durch eine alte Verletzung am Fuß – zu einer veränderten Beweglichkeit im Becken führen und von hier aus eine Fehlbelastung der Wirbelsäule verursachen. Der Körper versucht nun, über die Kofpgelenke das Ungleichgewicht auszubalancieren. Gelingt dies nicht oder hält die Fehlfunktion im Fuß an, können dadurch Funktionsstörungen am oberen Ende der Wirbelsäule – an den Kopfgelenken – entstehen. Eine gestörte Funktion der Kopfgelenke ist häufig Auslöser für Kopfschmerzen.

Das Beispiel macht deutlich, wie eng vernetzt die Strukturen interagieren, und es erklärt, daß die Ursache von Beschwerden nicht am Ort des Schmerzes liegen muss. In der „Schulmedizin“ wird in der Regel da, wo’s weh tut nach der Ursache gesucht und die Zusammenhänge oft nicht erkannt. Eine Lösung kann sich deshalb nicht gut einstellen.

Struktur und Funktion bedingen einander

Der Körper ist für Bewegung gemacht, seine biodynamischen Strukturen machen uns beweglich. Die Funktion einer Struktur (z.B. eines Gelenks) bedingt die Struktur selbst. Gleichzeitig bedingt die Struktur von etwas auch dessen Funktion. „Unsachgemäßer Gebrauch“ der Strukturen führt auf Dauer zu Störungen ihrer Funktion. Diese stellen an sich noch keinen Schaden dar und sind in der Regel umkehrbar.

Strukturelle Schäden jedoch sind nur teilweise bis gar nicht umkehrbar, sie entstehen bei überstarken Reizen durch äußeres Trauma oder innere Krankheit. Muskelstarre, Verspannung und Verhärtung von Muskelgewebe, Bindegewebe (Faszien) und inneren Organen haben immer einen Grund. Auslöser sind beispielsweise chronische Fehlbelastungen, eine vergangene Krise,  körperlicher oder emotionaler Stress. Durch die Gewebestarre (=tonische Immobilität durch Erstarrungsreflex) können sich z.B. schmerzhafte Muskel- oder Gelenkbeschwerden entwickeln, die dann einem energiesparenden Notfallmodus entsprechen. Häufig sind auch vegetative Funktionen wie z.B. Hormonhaushalt, Immunsystem oder Verdauung mitbetroffen.

Halten funktionelle Störungen des Bewegungssystems länger (etwa über 30 Tage) an, bahnt das die Entwicklung struktureller Veränderungen – Schäden sind schließlich die Folge. Funktionelle Störungen gehen immer mit einer ungünstigen Stoffwechsellage einher. Da der Körper ein zusammenhängendes Gewebe darstellt und alle Körperzellen die gleiche genetische Matrix besitzen (in Form der DNA), agiert und reagiert der Körper grundsätzlich als Einheit – eben auch bei Störungen.

Möglichkeiten und Grenzen der Osteopathischen Medizin

Osteopathie kann grundsätzlich jedem helfen, wenn Schmerzen am Bewegungssystem oder Leiden bis hin zu scheinbar unerklärlichen Beschwerden der inneren Organsysteme bestehen. Insbesondere bei chronischen Schmerzzuständen ist die Osteopathische Medizin die Methode der Wahl. Bei qualifizierter Behandlung sind schädliche Nebenwirkungen ausgeschlossen.

Die Grenzen der Osteopathie liegen dort, wo der Organismus keine ausreichenden Reserven und Selbstheilungskräfte zur Verfügung hat, oder wo Körperstrukturen unwiederbringlich zerstört sind. Doch selbst hier kann eine osteopathische Behandlung Beschwerden lindern und das Wohlbefinden verbessern.

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