Suche
Suche Menü

Wie wir lernen

Leben ist Bewegung, und die Bewegung des Lebens ist Lernen (Katja Walesch)

Erst fühlen – dann denken

Lernen ist ein weites Feld. Es ist die Bewegung des Lebens und darum wesentlich und so interessant. Mit diesem Beitrag möchte ich einen Einblick geben, wie wir lernen: Zunächst gibt es einige  Basisinformationen zu unserem Lernorgan. Darauf folgt, wie Lernen geht und was Gefühle damit zu tun haben. Es werden Lernmodelle erläutert und Sie bekommen eine konkrete Vorstellung von Gedächtnis.

Der Inhalt im Überblick:

  • Lernen ist ein aktiver Vorgang, während dessen sich Veränderungen im Gehirn des Lernenden abspielen. Je stärker emotionale Zentren dabei aktiviert sind, desto nachhaltiger ist die Repräsentanz des Erlebten im Gehirn
  • Lernen bedeutet: Erst fühlen, dann denken
  • Angst und Stress hemmen, Neugier und Begeisterung fördern das Lernpotential
  • Anschaulich darstellen lässt sich Lernen durch das Kompetenzmodell, das Lernzonenmodell oder anhand der vier Stufen auf der hermeneutischen Spirale
  • Je tiefer ein Inhalt verarbeitet wird, desto besser bleibt er im Gedächtnis

Luxus der Evolution: Unser Gehirn

Lernen ist ein sehr komplexer Prozess aus vielen komplexen Prozessen. Daß wir lernen können und es auch unser ganezs Leben lang tun, zeichnet uns aus.  Das Lernorgan ist unser Gehirn. Es besteht aus einigen Milliarden Nervenzellen und wiegt bei einem ausgewachsenen Menschen etwa 1,4 kg. Das entspricht ca. 2% unseres gesamten Körpergewichtes.  Es besteht im „Trockenzustand“ zu 40% Fett und zu 60% Wasser. 20% der Energie braucht das Gehirn schon im Ruhezustand für die Grundprozesse wie Herzfunktion, Atemregulation, Gleichgewichtssinn, Stoffwechsel und Ähnliches. Das ist mehr als jedes andere Organ in Ruhe benötigt. Kommen Aktivitäten dazu (z.B. Lesen, in der Nase Bohren, einen Berg besteigen oder einen Brief schreiben), steigt der Energiebedarf. In knappen Zeiten ist Hirn also ein großer Luxus – ein Gehirn zu haben muß für uns folglich entscheidende Vorteile bieten. Wir haben eben eines und das aus gutem Grund: Jede unserer Milliarden Nervenzellen kann für irgendetwas in der Welt stehen, d.h. es im Gehirn repräsentieren. Dank unseres Gehirns sind wir Menschen unglaublich anpassungsfähig und bevölkern den gesamten Erdball. Wir sind nicht (wie ein Fisch oder ein Vogel) auf eine Besonderheit festgelegt (z.B. schwimmen oder fliegen), sondern können uns in relativ kurzer Zeit auf verschiedene Probleme, Aufgaben und Umgebungen einstellen. Wir können lernen – und zwar besser als alle anderen Lebewesen auf der Welt. Unser Gehirn kann nichts besser, es tut nichts lieber und hört auch zeitlebens nicht damit auf.

Während der frühen Phasen der Hirnentwicklung wird uns zunächst ein unfassbares Überangebot an Nervenzellen und -fortsätzen, an Vernetzungen und Synapsen (das sind die Kontakte zwischen den einzelnen Nervenzellen) zur Verfügung gestellt. Das Gehirn gestaltet, strukturiert und plastiziert sich unaufhörlich: Reize lassen die Nervenzellen sprießen, Kontakt suchen und  aufnehmen mit anderen Nervenzellen; Nervenbahnen entstehen und gehen wieder unter. Eiweiße, Zucker und Fette werden gebildet und abgebaut, es ist ein unauhfhörliches buntes Treiben. Vor allem in der Hirnrinde gibt es noch keine festgelegten Verschaltungen. Als Kinder können wir noch alles lernen. Tun wir auch, nur eben in China anders als in Deutschland, im Regenwald oder am Polarkreis. Wir machen also unterschiedliche Erfahrungen, je nachdem, in welche Familie, in welche Kultur wir hineinwachsen. Diejenigen Verschaltungsmuster im Gehirn, die wir dabei immer wieder aktivieren, werden gebahnt und stabilisiert – sie bleiben als sogenannte innere Repräsentanzen erhalten. Im Verlauf unseres Älterwerdens verkümmert das anfangs so großzügig bereitgestellte Überangebot an Vernetzungsmöglichkeiten wieder. Aber obwohl unser Erwachsenen-Gehirn eher eine Kümmerversion dessen ist, was daraus hätte werden können, ist es als Gehirn an sich doch zeitlebens umbaufähig und veränderbar. Und zwar immer dann, wenn es anders benutzt wird als bisher .

Wie kommen die Inhalte in den Kopf?

Wir lernen etwas, indem wir es tun, es gibt keine andere Möglichkeit. Es gibt auch keine Tricks, mit denen man im Nu lernt – genauso wenig wie wir beweglich werden, ohne uns zu bewegen. Solche Vorstellungen beruhen auf dem Irrtum, das Lernen sei ein passiver Vorgang. Was aber ist Lernen? „Wie geht mir das nur in den Kopf hinein?“ So oder ähnlich haben wir uns sicher alle schon einmal gefragt. Die Antwort liegt im Wörtchen g e h e n: Von draußen nach drinnen gehen ist ein Transfer, Gehen ist eine Aktivität. Und Lernen ist ein aktiver Prozess: Je vielfältiger und bewegter, je lustiger und spielähnlicher, je interessanter und leibhaftiger die Lerninhalte daherkommen, desto besser gehen sie in den Kopf.

Ohne Gefühl geht gar nix

Entgegen früherer Annahmen, die Nervenzellen könnten nicht wachsen, wissen wir heute, daß das nicht stimmt: Nervenzellen wachsen, teilen und vernetzen sich und plastizieren unser Hirn, solange wir am Leben sind. Allerdings nur, wenn es interessant ist: Als strukturelles Netzwerk wird  im Gehirn eine neue Erfahrung nur dann verankert, wenn sie mit einer Aktivierung der emotionalen Zentren einhergeht. Hierbei werden neuroplastische Botenstoffe wie Dopamin und Endorphine vermehrt ausgeschüttet und tragen dazu bei, daß die neue Erfahrung und die dabei aktivierten Verschaltungen gebahnt und gefestigt werden.

Am Besten lernen wir, wenn wir begeistert, neugierig und gut gestimmt sind. Begeisterung, Interesse, gute Stimmung sind Empfindungen, die leiblich verwoben sind mit unserem Geist-Seele-Haushalt. Wenn wir lernen, denken wir zuallerletzt. Primär lernen wir mit Haut und Haar. Lernen ist ein Erlebnis – etwas, das wir „erleiben“, denn Erleben hat mit Leib zu tun: Das schönste Gefühl, das man bei einer neuen Erfahrung haben kann und das am besten geeignet ist, eine Erfahrung im Gehirn zu verankern, ist Begeisterung. Entscheidend für die Entwicklung und die Leistungsfähigkeit des Gehirns ist also nicht allein, daß wir es benutzen, sondern daß wir dies mit Begeisterung tun! Unter Druck und Angst sind wir gestresst und lernen schlecht. Ist der Stress zu groß, lernen wir gar nichts mehr – im Gegenteil: Im Hirnstamm werden dann archaische Notfallprogramme aktiviert. Wir „gehen zum Angriff“ über (z.B. indem wir Wissen anhäufen, es aber nicht in sinnvolle Zusammenhänge stellen) oder „suchen die Flucht“ (z.B. indem wir uns Verweigern oder ein Blackout bekommen) und bleiben so unkreativ.

Die Eindrücke, die wir bekommen, speichern wir zum Teil ganz unterschiedlich ab. Jede neue Erfahrung, jede neue Sinneswahrnehmung, jede Vokabel einer Fremdsprache muss an etwas anknüpfbar sein, also mit etwas in Verbindung gebracht werden können, das schon da ist (das wir vorher schon gelernt und im Gehirn verankert haben). Jeder Mensch hat also immer schon bestimmte Vorerfahrungen, aus denen heraus auch bestimmte Erwartungen, Hoffnungen, Wünsche entstehen. Und je nachdem, wie diese Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche erfüllt oder enttäuscht werden, entsteht auch ein Gefühl dazu (gute Erfahrungen, schlechte Erfahrungen). Im Gehirn wird eine Erfahrung mit dem dabei erlebten Gefühl gekoppelt. Je intensiver unser Gefühl bei einer Erfahrung ist, desto stärker die Kopplung. Flüchtige Eindrücke verändern in unserem Gehirn Verbindungen zwischen Nervenzellen und werden so als bleibender Eindruck gespeichert. Aus Erlebnissen der Seele werden so Spuren im Gehirn. Diese bleibenden Spuren in unserem Gehirn nennt man Repräsentanzen der Außenwelt. Sie entstehen und verändern sich – und genau diese bewegten und bewegenden Vorgänge bezeichnet man als Lernen.

Lernen hält Leib und Seele zusammen

Wir haben uns heute zwar sehr von der Natur „emanzipiert“, dennoch entwickeln wir uns nach wie vor nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie vor 100.000 Jahren: Voraussetzung für abstraktes Lernen ist, dass wir als Kinder erst einmal unseren eigenen Körper kennenlernen müssen. Wir müssen lernen, dass es möglich ist, den eigenen Körper zu lenken und zu steuern. Das ist der erste wichtige Schritt, das Konzept der Selbst-Wirksamkeit zu erfassen: Wir müssen lernen, daß wir selbst wirksam sein können. Der zweite Schritt in dieser Entwicklung ist das Lernen der Selbst-Regulation (Affektkontrolle): Also das zu regulieren, was der Leib in Form von Gefühlen ausdrückt und dem Gehirn dadurch signalisiert. Wenn wir das nicht gut gelernt haben, dann verlieren wir im Laufe unseres Lebens den Kontakt zum eigenen Körper und sind nicht gut in der Lage, mit unseren Gefühlen umzugehen.

Wer lernt, verändert sich – Lernen bedeutet Entwicklung

Wir lernen Laufen, Sprechen, Radfahren, Lesen, Schreiben, Rechnen, eine Fremdsprache und uns zu benehmen. Später lernen wir einen Beruf, jemanden kennen, Kinder erziehen, für Stabilität zu sorgen. Noch später lernen wir, vor allem für andere da zu sein, uns nicht mehr so wichtig zu nehmen, mit der Rente auszukommen und mit Anstand abzutreten. Alles, was wir wahrnehmen, erfahren und lernen wird von Nervenzellen in unserem Gehirn repräsentiert. Nervenzellen stehen für bestimmte Aspekte aus der Umgebung (z.B. für Formen, Gerüche, Klänge, bestimmte Personen, Gesichter, vertraute Plätze). Sie stehen für Wörter, Bedeutungen, Pläne, Vorstellungen, aber auch für Handlungen (Schnürsenkel binden), Zusammenhänge (schwarze Wolken bringen Regen), Werte (gemeinsam geht es besser). Auch Visionen, Ziele und Sprache sind repräsentiert. Selbst unser Körper und damit räumliches Wahrnehmen (nicht nur um und am, sondern auch im Körper), Gefühle (wie Zuneigung oder Abneigung, Freude oder Wut) oder Bedürfnisse (wie Hunger oder Durst) – all dies sind sogenannte Repräsentationen von Zuständen unseres Körpers im Gehirn. Eine Nervenzelle kann also für etwas stehen, wie ein Wort für seine Bedeutung stehen kann. Die Nervenzelle repräsentiert etwas, das aktivierbar wird, indem dieses Etwas im Gehirn verarbeitet wird.

Anschauliche Lernmodelle

Das Kompetenzmodell beschreibt den Prozess des Lernens in vier aufeinander aufbauenden Stufen:

  1. Unbewußte Inkompetenz (ich weiß nicht, dass ich etwas nicht kann, z.B. Laufen)

  2. Bewusste Inkompetenz (ich weiß, dass ich etwas nicht kann, z.B. Radfahren)

  3. Bewusste Kompetenz (ich weiß, dass ich etwas kann, z.B. ein Instrument spielen)

  4. Unbewusste Kompetenz (das, was ich kann, kann ich, ohne darüber nachzudenken)

Das Lernzonenmodell beschreibt Lernen in Prozess-Zonen. Anschaulich wird es mit dem Bild einer Zwiebel: Im Kern der Zwiebel liegt die Komfortzone. Sie ist der Wohlfühlbereich; hier befinden sich gewohnte und vertraute Denkweisen und Handlungen, hier haben wir alles fest im Griff, kennen uns aus, fühlen uns wohl, verhalten uns selbstsicher und routiniert. In der Komfortzone fühlen wir uns wohl, weil wir uns unserer Stärken und Fähigkeiten bewußt sind; hier ist unsere persönliche Souveränität am größten.

Außerhalb dieses Bereiches in den nächsten Zwiebelschichten liegen die Lernzonen. Hier befinden sich Aufgaben, deren Lösung uns nicht bekannt ist, unsere Kompetenz ist noch nicht sicher, hier sind wir noch nicht so reich an Erfahrung, sind in unserem Verhalten unsicher und können nicht auf Bewährtes zurückgreifen. Hier liegen die Dinge, die wir noch besser machen können, und auch die, die wir schon immer mal lernen oder machen wollten (Tanzkurs, Fremdsprache lernen, gesünder leben usw.) Aber immer dann, wenn wir uns auf die Grenze aus der Komfortzone zu bewegen, werden wir langsamer (und uns fallen Ausreden und Ausflüchte ein, nicht über die Grenze hinaus zu treten). Oft haben wir ein mulmiges Gefühl, das uns dann doch wieder umkehren lässt. Dieses mulmige Gefühl ist der Gegensatz von Neugier und Motivation: Zwar ahnen wir, dass sich außerhalb unseres Wohlfühlbereiches vieles befindet, was unser Leben bereichern könnte, uns größer, stärker, reifer machen kann. Das Unheimliche daran ist, daß wir den Ausgang nicht kennen. Das kann →Angst machen.

Jenseits der Lernzonen in der äußeren Zwiebelschicht befindet sich die sog. Panikzone. In ihr liegt alles, was uns Angst macht und für uns nicht zu bewältigen ist; alles, was eine oder mehrere Nummern zu groß für uns ist. Hier ist uns keine Kontrolle möglich, Risiko und Gefahr des Scheiterns/Absturzes sind für uns zu groß. Befinden wir uns hier, können wir nicht lernen, sondern bleiben im Frust statt in Neugier und Lust. Die Grenzen solcher Zonen oder Stufen sind nicht starr, sondern veränderbar. Das Ausmaß der jeweiligen Zonen oder Kompetenzen gestalten wir im Laufe unseres Lebens (eben auch durch unsere Erfahrungen). Je lebendiger und entspannter, je fröhlicher und leibhaftiger die Bedingungen, desto größer sind unsere Entfaltungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Die hermeneutischen Spirale ist ein Modell aus dem Bereich der Integrativen Verfahren in der Psychotherapie und beschreibt das Lernen als dynamischen Prozess in vier Stufen:

Wahrnehmen→ Erfassen→ Verstehen→ Erklären

Jeden Augenblick befinden wir uns auf einer neuen Ebene. Wir erfahren – verstehen – begreifen – gestalten das Leben in dynamischem Prozeß: In interagierender, spiralförmig weiterführender Vorwärtsbewegung. Die Spirale ist quasi nach oben offen und bedeutet, daß wir uns zwar immer wieder an den gleichen Punkten einfinden, jedoch niemals auf derselben Stufe.

Erinnern – wie funktioniert Gedächtnis?

Lernen vollzieht sich nicht linear, sondern räumlich. Wir alle kennen die Begriffe Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis. Diese Begriffe implizieren die Vorstellung, Lerninhalte würden von einem Gedächtnis zum nächsten transportiert. Diese Vorstellung ist falsch und so abstrakt, wie Teamgeist, Seele oder Qi.

Räumlich und damit anschaulicher wird Gedächtnis durch die Begriffe Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungstiefe, denn diese Begriffe beschreiben Eigenschaften von Gedächtnis: Im Arbeitsgedächtnis werden unmittelbar wichtige Informationen für kurze Zeit behalten (z.B. Telefonnummer nachschlagen, kurz merken, wählen, schon vergessen). Es passt nicht viel hinein (die Kapazität von etwa 8 Ziffern) und es hält auch nicht sehr lang (ein paar Sekunden). Es ist sehr wichtig, denn seine Funktion, einige Inhalte unmittelbar aktiviert zu halten, erlaubt unserem Geist, mit diesen Inhalten zu arbeiten. Daher der Name Arbeitsgedächtnis. Es ist der Teil unseres geistigen Lebens, der mit Inhalten hantiert, sie neu ordnet, verknüpft, sie dreht und wendet, sie formt und dann etwas damit macht. Man kann die Aktivität des Gehirns sichtbar machen und hat entdeckt, dass das Arbeitsgedächtnis sich auf bestimmten Arealen der Hirnrinde befindet.

Je intensiver wir uns mit Inhalten beschäftigen, desto eher hinterlassen sie Spuren im Gehirn. Das heißt, ein bestimmter Inhalt wird von verschiedenen Hirnarealen gleichzeitig und interaktiv verarbeitet. Je öfter und intensiver das geschieht, desto besser fürs Behalten. Man spricht hier von Verarbeitungstiefe. Das ist auch der Sinn von Eselsbrücken oder Spickzetteln. Die besten sind ja die, die man sich selbst macht: Durch diesen „geistigen Brückenbau“ bewegt man den Inhalt vielfach  hin und her, denkt über ihn nach – und verankert ihn genau dadurch im Gedächtnis. Es ist wie beim geschichte-lernen: Es sind die Geschichten, die die Einzelheiten interessant machen. Nur im Zusammenhang ergeben sie einen Sinn, und nur durch die Verknüpfung im Sinnzusammenhang können wir einen Lerninhalt erfassen, verstehen und behalten (erklären). Nackte Fakten (z.B. Jahreszahlen der Geschichte oder Multiple Choice-Antworten für Tests oder TV-Ratespiele ) treiben uns nicht um. Es sind die Geschichten dazu, die interessant sind und unser Gehirn aktivieren. Fakten verhalten sich zur Geschichte wie das menschliche Skelett zum Menschen. Einzelheiten ergeben nur im Zusammenhang Sinn, und es ist dieser Zusammenhang und dieser Sinn, der die Einzelheiten interessant macht. Darum arbeiten Gedächtnis-Genies für Zahlen auch mit Geschichten.

Abschließend noch einmal im Überblick

  • Lernen ist ein aktiver Vorgang, während dessen sich Veränderungen im Gehirn des Lernenden abspielen. Je stärker emotionale Zentren dabei aktiviert sind, desto nachhaltiger ist die Repräsentanz des Erlebten im Gehirn.
  • Lernen bedeutet erst fühlen, dann denken.
  • Angst und Stress hemmen, Neugier und Begeisterung fördern das Lernpotential.
  • Anschaulich darstellen lässt sich Lernen z.B. durch das Kompetenzmodell, das Lernzonenmodell oder anhand der vier Stufen auf der hermeneutischen Spirale.
  • Je tiefer ein Inhalt verarbeitet wird, desto besser bleibt er im Gedächtnis.
Inspirationsquellen:

Manfred Spitzer: Lernen, Spektrum der Wissenschaft, 1. Aufl., Spektrum, Heidelberg 2009

Hilarion G. Petzold: Die hermeneutische Spirale, in:  Integrative Therapie, Bd.2/1, 2. überarb. und erw. Aufl., Junfermann Paderborn 2003