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Integrativ: Therapie und Medizin

Integrative Medizin – Das Ganze im Blick

Integrativ (einbeziehend) oder auch komplementär (ergänzend) nennt sich eine Orientierung in der Medizin, die den Brückenschlag wagt zwischen der sogenannten Schulmedizin und Traditionellen Medizinrichtungen. Es ist dabei wichtig, daß es nicht um eine Alternative zur Medizin geht, sondern um sinnvolle Ergänzung. Integrative Medizin sucht interessiert und lernoffen die Begegnung, anstatt andere andere Richtungen prinzipiell abzulehnen. Moderne Errungenschaften der Medizin haben uns weit gebracht und niemand möchte in mittelalterliche Zustände zurückverfallen. Darum müssen sowohl moderne als auch traditionelle und komplementäre Medizin immer vor dem Hintergrund des aktuellsten Forschungs- und Wissensstandes abgewogen werden. Die Integrative Medizin hat sich geöffnet, weil sie erkannte, daß die moderne Medizin zwar auch ohne Ergänzung auskommt, ihr aber vieles fehlt, was Traditionelle und Komplementäre Medizin vermögen.

Dem integrativen Gedanken meines ärztlichen Verständnisses liegt zu Grunde, dass wir Körper, Geist, Seele, unser soziales Umfeld und unsere Umwelt nicht voneinander trennen können. Alles bewegt sich in wechselwirksamer Beziehung zueinander – die mal näher und enger, mal weniger dicht und intensiv ist. Dieses Verständnis des Zusammenhangs im Kleinen wie im Großen zieht sich durch alle Ebenen meines Erfahrungsschatzes sowohl in der konventionellen Schulmedizin,  als auch in der Komplementärmedizin wie der Ärztlichen Osteopathie und der Traditionellen Naturheilkunde, in der Leib- und Bewegungstherapie, der künstlerischen und kreativen Therapie, in Prävention und Gesundheitsförderung.

Integrative Therapie – Gesundheitsförderung und Kreativitätsentwicklung

Die Integrative Therapie wurde in den 1960er Jahren von Petzold, Orth und Mitarbeitenden entwickelt und definiert sich als eine Richtung im Feld der Psychotherapeutischen Verfahren. Sie vertritt eine grundlegend humanistische Haltung von Wertschätzung, Wohlwollen und Vertrauen auf den inneren Reichtum der Menschen.  Der Mensch wird als Teil der Lebenswelt verstanden, in der er auf dem Weg seines Lebens seine Persönlichkeit entfaltet und mit seinen Mitmenschen seinen Lebenskontext gestaltet. Das Menschenbild der Integrativen Therapie beinhaltet als wesentliche Leitlinie, daß Gesundheit ein ganzheitlicher Prozeß über die gesamte Lebensspanne ist. Im Zentrum dieses Prozesses wird der Mensch in seiner Ganzheit als Körper-Seele-Geist-Wesen in seinem sozialen und ökologischen Umfeld erfaßt. Dabei wird der therapeutischen Beziehung als wichtigstem Wirkfaktor eine große Bedeutung beigemessen. Das Lernmodell „Wahrnehmen ~ Erfassen ~ Verstehen ~ Erklären“  – im Sinne einer interagierend und spiralförmig vorwärtsgerichteten Bewegung des Lebens – gehört in der Integrativen Therapie dabei zum Grundverständnis des Lebensprozesses. Sich mit seinen Erfahrungen immer wieder neu zu orientieren und zum Ausdruck zu bringen entspricht dem kreativen Prozeß der individuellen Persönlichkeitsentwicklung.

Der Begriff Integrative Therapie zeigt an, dass es sich hier nicht um eine neue „Therapieschule“ handelt, sondern daß hier die Zusammenführung verschiedener therapeutischer Methoden und Ansätze (z.B. Psychodrama, Gestalttherapie, Verhaltenstherapie, Körpertherapie, der Neuropsychologie und der Neuromotorik) zu einem übergeordneten Ganzen im Fokus steht. Das ermöglicht es, Verschiedenes und sogar Gegensätzliches in Beziehung zueinander zu setzen. Hierdurch kann das Bewältigen von Herausforderungen und das Lösen von Aufgaben auf einer höheren Ebene gelingen. In der aktuellen wissenschaftlichen Psychotherapie ist der Integrationsgedanke heute eines der Leitmotive, und ich bin in meinem ärztlichen Selbstverständnis und Handeln von diesem Ansatz geprägt.

Die Integrative Bewegungstherapie ist als eigenständiges körperpsychotherapeutisches Verfahren Teil der Integrativen Therapie. Die Integrative Poesie- und Bibliotherapie  wurde in den 1970er Jahren in Deutschland eingeführt und ist ebenso wie Musik- oder Tanztherapie eine künstlerisch-kreative Therapieform. Sie unterstützt die Heilkraft der Sprache durch das Lesen von beruhigender, erhellender und aufbauender Literatur und durch das Schreiben und Gestalten eigener literarischer Texte.

Mehr Informationen zu den Integrativen Therapieverfahren finden Sie hier: www.eag-fpi.de

Wie meine Praxis zu ihrem Namen kam

Das Integrative in meiner Behandlung ist die ganzheitliche Betrachtungsweise unter Einbindung der Erkenntnis über den Leib und den Leib-Begriff in die Heilmethode. Das Wort Leib bedeutet ursprünglich Leben  – auch darin wird zum Ausdruck gebracht, daß Körper, Geist und Seele untrennbar miteinander verwoben sind. Der Leib (das Leben) ist Bewegung und diese Bewegung ist ein dynamischer Entwicklungsprozeß. Da der Körper als beseelter Leib das einzige Instrument ist, das uns mit dem Leben verbindet, arbeite ich leiborientiert und kombiniere manualmedizinische/osteopathische Techniken mit bewegungstherapeutischen Elementen und ergänzenden Methoden aus Medizin, Körperpsychotherapie und Agogik.

Durch meine Verknüpfung der Ärztlichen Osteopathie mit Haltungs- & Bewegungsmedizin und Methoden der Integrativen Therapie entstand die Bezeichung Integrative Leib- & Bewegungsmedizin.